Dossier: Dritte Option

Die binäre Geschlechtsdefinition «Mann/Frau» ist heute nicht mehr zeitgemäss. «Für die inter* Community wäre ein neutraler Geschlechtseintrag bei Neugeborenen extrem wichtig», schreibt Urs in seinem Blog auf QueerUp. Der Druck von geschlechtsanpassenden Operationen um innerhalb von 72 Stunden einen Geschlechtseintrag in die Geburtsurkunde vornehmen zu können würde wegfallen.

Hermaphroditos – fotografiert im Basler Antikenmuseum während der Ausstellung «Wann ist ein Mann ein Mann?»

Im Oktober 2017 entschied in Deutschland das Bundesverfassungsgericht, dass bei standesamtlichen Einträgen neben «männlich» und «weiblich» ein dritter Geschlechtereintrag möglich sein muss – alles andere ist diskriminierend. «Zwar lässt sich gesellschaftliche Akzeptanz nicht allein durch einen Gerichtsbeschluss erreichen, aber dies ist ein Schritt in die richtige Richtung», kommentierten die Entscheidung betroffene Menschen nicht nur in Deutschland.

Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts verleihe zudem der oft schlecht informierten und ideologisch vergifteten Debatte über das Geschlecht Klarheit und Ernsthaftigkeit. Es ist Zeit, dass offen über etwas gesprochen, was es schon seit der Antike gibt: die geschlechtliche Uneindeutigkeit. Hermaphroditos ist in der griechischen Mythologie die Figur, deren Körper sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale aufweist.

Nationalrat hat entschieden und verschoben!
Heute hat der Nationalrat bei drei für unsere Community spannenden Geschäfte entschieden. Behandelt wurden zwei Postulate und eine Interpellation betreffend Inter* Menschen und einem «dritten Geschlechtseintrag». …weiter…

Eine «Klatsche für die inter* Community»
Mitte Dezember hatte die SP-Nationalrätin Rebecca Ana Ruiz unter dem Titel «Intersexuelle Personen. Kinderschutz, Statistiken und Informationen für das medizinische Personal und die Eltern» eine Interpellationeingereicht. Vor ein paar Tagen hat der Bundesrat nun darauf geantwortet – und damit inter* Menschen heftig vor den Kopf gestossen. …weiter…

Interpellation: «Intersexuelle Personen»
Die SP-Nationalrätin begründet ihre Interpellation damit, dass jedes Jahr in der Schweiz «20 bis 100 Kinder mit Varianten der Geschlechtsentwicklung zur Welt kommen». Diese werden entweder bei der Geburt bemerkt, «was zur Folge hat, dass ein interdisziplinäres Team das Geschlecht des Kindes bestimmt». …weiter…

Drittes Geschlecht im Personenstandsregister
Die binäre Geschlechtsdefinition «Mann/Frau» ist heute nicht mehr zeitgemäss. Die Basler Nationalrätin Sibel Arslan hat deshalb am 13. Dezember 2017 ein entsprechendes Postulat eingereicht. …weiter…