«Telearena»: ein Tabu wird gebrochen

11. Januar 2017 - 19:30

Martin Fröhlich in der "Telearena" (Screenshot SRF).

Martin Fröhlich in der "Telearena" (Screenshot SRF).

Noch in den 1970er Jahren hatten wir Homosexuellen in der Gesellschaft einen schweren Stand. Wir wurden als "abnormal" wahrgenommen, die Sittenpolizei führte dann auch bei einschlägigen Treffpunkten Kontrollen durch und führte ein "Schwulen"-Register.

Im April 1978 führte das Schweizer Fernsehen zur besten Sendezeit eine abendfüllende "Telearena" zum Thema Homosexualität durch. Die Sendung schlug in der Bevölkerung wie eine Bombe ein, brach sie doch ein Tabu. Und Jahre später – mit Abstand – kann die Sendung als ein Meilenstein in der Geschichte der Schwulen- und Lesbenbewegung bezeichnet werden.

Kurz nach der Ausstrahlung waren die Gefühle allerdings durchzogen. Die NZZ etwa schrieb, dass eine Diskussion noch nie "so emotionsgeladen, so humorlos und so niederschmetternd unfair" war. "Die Gemüter haben sich in einem Masse erhitzt, dass Verstand und Klugheit kaum je zu Worte kamen." Und für einige der homosexuellen Diskussionsteilnehmer hat der Auftritt im Fernsehen tragische Folgen: Einer von ihnen nahm sich kurz darauf das Leben, mehrere andere verloren die Arbeitsstelle.

Martin Fröhlich – Bundesbeamter und Offizier (im Unruhestand), HAB-Ehrenmitglied – war damals in der Sendung dabei. Zusammen mit "Mutter" Fröhlich werden wir am 11. Januar in der Villa Stucki im Rahmen unseres Jahresthemas "Medien" die "Telearena" anschauen. Und Martin wird von den Vorbereitungen zur Sendung, von der Sendung selber und von der Zeit nach der Sendung erzählen.

Türöffnung ab 19.00 Uhr, Barbetrieb, Eintritt frei

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