Blutspende: Aufhebung der veralteten und diskriminierenden Beschränkungen

Die vor zwei Jahren von Nationalrätin Rosmarie Quadranti (BDP) eingereichte Motion zur Aufhebung der veralteten und diskriminierenden Beschränkung bei der Blutspende gegenüber schwulen Männern wurde heute im Nationalrat mit 52 Prozent angenommen.

Eine Blutspende von Schwulen: unerwünscht …

Rosmarie Quadranti betonte in ihrer heutigen Ansprache im Nationalrat, dass doch eigentlich die genügende Versorgung der Bevölkerung mit Blut und Blutprodukten enorm wichtig sei. Dass dabei Schwule seit 1977 von der Blutspende ausgeschlossenen würden, sei «ein krasser Verstoss» gegen die Forderungen für gleiche Rechte für Schwule, Lesben und trans* Menschen. Obschon seit der Einreichung der Motion bereits zwei Jahre vergangen sei, habe sie «doch schon einiges ins Rollen gebracht». In einem ersten Schritt dürfen Schwule ab Juli dieses Jahres Blut spenden. Allerdings muss das Kriterium «zwölf Monate vor der Spende kein Sex mit Männern» erfüllt sein.

Weil diese Lockerung so daherkommt, wie sie daherkommt, wird deutlich, dass noch immer die sexuelle Orientierung und nicht das persönliche Risikoverhalten in den Vordergrund zu stehen scheint.

Das Ziel der Motion sei aber, so Quadranti weiter, dass «endlich das persönliche Risikoverhalten in den Vordergrund gestellt wird und nicht die sexuelle Orientierung».

Jetzt muss der Motion noch der Ständerat zustimmen – bevor der Bundesrat beauftragt wird, die diskriminierenden Ausschlusskriterien für Schwule aufzuheben und die Überprüfungskriterien in den Gesetzen anzupassen.

Der Bundesrat zeigte zwar bisher Verständnis für das Anliegen der Motion, stellte sich aber gegen eine Gesetzesänderung. Da die Blutempfänger vor gesundheitlichen Risiken geschützt werden müssen, würden eben Spender mit einem Risikoverhalten von der Blutspende ausgeschlossen.