Ägypten verbietet positive Darstellung von Homosexuellen in den Medien

Der ägyptische Staat geht immer härter gegen LGBT Menschen vor. Seit ein paar Wochen erreichen uns vermehrt Berichte darüber, dass Schwule von der Polizei verfolgt werden. Zudem haben die Behörden angeordnet, dass homosexuelle Menschen in den Medien nicht mehr «positiv dargestellt» werden dürfen.

Es ist verboten, Homosexuelle in Printmedien, Audio- oder visuellen Medien zu zeigen, ausser wenn die Tatsache gezeigt wird, dass ihr Verhalten unangemessen ist und dass sie dafür büssen.

Begründet wird die Anordnung damit, dass Homosexualität eine Krankheit und eine Schande sei, die besser vor der Öffentlichkeit versteckt werden sollte, bis sie behandelt wird und die Schande entfernt wurde». Homosexualität würde «die Gesellschaft korrumpieren» und solle bestraft werden. Da in Ägypten die «natürliche Ordnung» achte, sei Homosexualität nicht tolerierbar. Schwule und Lesben sollten daher ihre «sündigen Taten» nicht in der Öffentlichkeit zeigen – ein derartiges Verhalten sei ein «grosses Übel» müsse ausgemerzt werden.

Der ägyptische Staat kennt offiziell kein Verbot der Homosexualität. Allerdings werden Schwule immer wieder wegen «Ausschweifungen» oder anderen Gummiparagrafen angeklagt. Bürgerrechtler*innen gehen davon aus, dass es in den letzten Wochen zu unzähligen Festnahmen wegen mutmasslicher Homosexualität oder Unterstützung von LGBT-Rechten kam.

Ähnliches Gesetz wie in Russland

In Russland ist seit vier Jahren landesweit eine diskriminierende Gesetzgebung gegen Schwule, Lesben und trans* Menschen in Kraft, die «positive Äusserungen über nicht-traditionelle Sexualbeziehungen gegenüber Minderjährigen» verbietet. Im Schweizer Fernsehen sagte diese Woche der russische Aktivist Nikolai Alekseev, dass Homosexuelle in ganz Russland der Polizeiwillkür und Gewalt ausgesetzt seien.