3gang

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Der Treffpunkt mit Tradition der Berner LGBT-Community - jeweils alle zwei Wochen am Mittwochabend ab 19.30 Uhr in der Villa Stucki, Seftigenstrasse 11, Bern. Die Bar für den Apéro ist jeweils ab 18.30 Uhr geöffnet.

Im Vordergrund der Abende in «unserer» Villa stehen das das gemütliche Zusammensitzen und das leckere Abendessen. Informiere dich hier auf der Webseite über uns, die nächsten Termine und das Menu. Zudem kannst du gleich einen Tisch reservieren und dich für die neusten Infos per Mail eintragen lassen - natürlich kostenlos!

Der Mittwochabend hat bei den HAB eine lange Tradition: Seit über 40 Jahren ist er reserviert für den Gaumenschmaus. Mit dem 3gang sorgen die HAB seit ihrem Umzug in die Villa Stucki für eine offene Plattform, die den Austausch und das gemütliche Zusammensein fördert.

 

Liebe geht durch den Magen

Ende August hat Charles Loosli die Verantwortung für unseren 3gang-Abend an Patrick Keigel übergeben. Im Gespräch sagt mir der 36-Jährige, dass er glücklich «verheiratet» sei und in Solothurn – der schönsten Barockstadt der Schweiz – wohne.

Der "alte" Charles Loosli und der "neue" Patrick Keigel ...

Der «alte» Charles Loosli und der «neue» Patrick Keigel …

Wer Patrick in der Küche zuschaut merkt schnell, hier wird leidenschaftlich hantiert. Auf die Frage, woher diese Leidenschaft komme, schüttelt er leicht den Kopf und meint in breitem Solothurner Dialekt: «Kei Ahnig! E machs eifach gärn u anschinend guet». Und ich denke sofort an seine göttliche «Brönnti Creme».

Unser vierzehntägliches Nachtessen am Mittwochabend soll der LGBT+ Community der Region Bern nicht nur ein leckeres Menu bieten, sondern – abseits der virtuellen Welt der sozialen Medien – für ältere und jüngere Menschen auch ein realer Ort der Begegnung sein. Die Möglichkeit neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu pflegen, stehen denn auch für Patrick Keigel im Vordergrund. Auf die Frage, ob schon Veränderungen geplant seien, gibt sich Patrick noch bedeckt! Sicher werde er zwischendurch selber die Kochkelle schwingen, ohne aber dabei die Rolle des Gastgebers zu vernachlässigen.

Dass das gemeinsame Essen innerhalb der HAB eine grosse Tradition hat, weiss Ehrenmitglied Martin Fröhlich. Er ist 1978, also kurz nach der Gründung des Vereins, nach Bern gezogen und zur HAB gestossen. Damals war die HAB noch an der Brunngasse zu Hause und da brachten entweder einzelne Köche oder Gruppen Essen von zu Hause mit oder kochten vor Ort. Nach fast 40 Jahren erinnert sich «Mutter» Fröhlich vor allem noch daran, dass alles «recht chaotisch und spontan war». Sicher sei aber, dass im Zusammenhang mit den HAB-Essen die «Bossibitti-Rezepte», die in den HABinfos abgedruckt wurden, entstanden seien. Diese sollten Mut machen, selber zu kochen.

«Du darfst nicht vergessen», sagt mir Martin im Gespräch, «dass das Zusammenkommen damals noch viel wichtiger war als heute». Mit Handy und Internet geschehe heute die «Paarung unter Ausschluss der Öffentlichkeit», ergänzt er mit wehmütiger Stimme. «Ich erinnere mich noch gut, wie so um 1980 rum Pierre Tschannen dem Jan Straub während
einer Mitgliederversammlung eine Liebeserklärung machte».

Das Abendessen der HAB gehört also klar in die Kategorie «Glanz und Gloria». Dieser Meinung ist auch Patrick Keigel. Auf meine Frage, welches sein tollstes Erlebnis während einem 3gang war, antwortet er ohne zu zögern: «Verschiedenste Orgasmen beim Essen» – und meint damit wohl sicher, dass Liebe eben durch den Magen geht.

Daniel Frey
aus der HABinfo vom Oktober 2016

Bis 2006 waren die Rezepte von «Bossi und Beni Bitti» – eine beliebte Rubrik im HABinfo. Wobei die Info-Gruppe bei Martin «Bossi» Fröhlich zu Hause während den Sitzungen die Rezepte ausprobierte – die Beni kochte … Beliebt waren damals Wähen – besonders «dr Zwätschge-Chueche» – weil damals doch «Zwätschge» eine äusserst «beliebte» Bezeichnung für uns «Tunten» war.

>Drei Wähen-Rezepte von Bossi und Beni Bitti